Schritt für Schritt zu einer Schule der 10- bis 14-Jährigen

Erstellt am 03.06.2015 von Elisabeth Mettauer
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In Vorarlberg wird mittelfristig landesweit die schrittweise Weiterentwicklung hin zu einer gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen auf der Basis von Individualisierung und innerer Differenzierung angestrebt. Das sagte Bildungslandesrätin Bernadette Mennel bei der Präsentation der Ergebnisse des Forschungsprojektes, das das Land zu diesem Thema in Auftrag gegeben hat.

Ziel sei die Umsetzung in einem Zeitraum von acht bis zehn Jahren. "Wir wollen eine Schule, die allen Kindern, unabhängig von Wohnregion und Bildungshintergrund des Elternhauses, gute Voraussetzungen auf eine erfolgreiche Bildungslaufbahn bietet und es ihnen ermöglicht, ihren Fähigkeiten entsprechend hohe Leistungen zu erbringen. Dabei werden wir weiter Schritt für Schritt vorgehen. Denn eine Änderung der Schulorganisation allein ist noch kein Garant für höhere schulische Leistungen und bessere Chancen für alle Kinder", so Landesrätin Mennel.

Chancengerechtigkeit und Leistungsorientierung sind die zwei wichtigsten Kriterien, die Projektkoordinatorin Gabriele Böheim-Galehr (Vizerektorin der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg) und die Leitenden der verschiedenen Arbeitsgruppen ihren Empfehlungen zugrunde gelegt haben. Die Fachleute betonten aber, dass die Voraussetzungen für eine raschere Umstellung auf eine gemeinsame Schule derzeit noch nicht erfüllt sind. Dazu bedürfe es zunächst beispielsweise einer Weiterentwicklung in der Pädagogik, in der Ausbildung der Lehrpersonen, in Sachen Schulautonomie, in der Zusammenarbeit mit den Eltern und einer Neudefinition der Schulsprengel sowie einer bedarfsgerechten Finanzierung.

In diesem Sinne werde nun in einem ersten Schritt die nötige Struktur für eine schrittweise Weiterentwicklung der Schulen der 10- bis 14-Jährigen aufgebaut, kündigte Landesrätin Mennel an. Dieses Gremium habe die Aufgabe, die Entwicklungsmaßnahmen zu priorisieren, einen Zeitplan zu erstellen und voranzutreiben. Dabei soll es von einer Geschäftsstelle im Ressort der Landesrätin unterstützt werden. Bereits begonnen wurde mit der Ausarbeitung eines pädagogischen Konzepts, das einen Schwerpunkt bei einer Pädagogik der Individualisierung und der Nutzung des autonomen Rahmens der Schulen setzt. Weiters werden im kommenden Herbst die Kriterien für die Vergabe eines Vorarlberger Schulpreises ausgearbeitet.

Ab Frühjahr 2016 wird die Pädagogische Hochschule Vorarlberg einen Schwerpunkt auf Individualisierung in der Fort- und Weiterbildung der Lehrpersonen setzen. Und ab 2021 werden die ersten Absolventinnen und Absolventen der neuen Pädagoginnen- und Pädagogenbildung ihr Studium eines Lehramts der Sekundarstufe beenden. "Wenn die Zeit reif ist", werden die nötigen Änderungen und Anpassungen von Bundesgesetzen eingefordert werden, so Mennel.

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