Insgesamt 203 Flüchtlinge an Vorarlbergs Pflichtschulen

Erstellt am 29.09.2015 von Elisabeth Mettauer

Unter den Flüchtlingen, die in den vergangenen Monaten nach Vorarlberg gekommen sind, befinden sich auch schulpflichtige Kinder und Jugendliche. „Mit Schulbeginn wurden 80 Flüchtlinge im Alter von sechs bis 14 Jahren neu an Vorarlberger Pflichtschulen aufgenommen. Damit befinden sich nun insgesamt 203 Flüchtlingskinder und -jugendliche an Volks-, Mittel-, Sonder- und Polytechnischen Schulen, das entspricht einem Anteil von 0,6 Prozent“, informiert Schullandesrätin Bernadette Mennel (Stand 28.09.2015)

Die meisten Kinder und Jugendlichen sind in den Bezirken Bregenz (80) und Bludenz (58) untergebracht. Es wurde in Abstimmung zwischen Gemeinde und Schulen auf eine gleichmäßige Verteilung geachtet. Grundsätzlich ist jedoch der Wohnort entscheidend, an welcher Sprengelschule ein Kind aufgenommen wird. Fünf Jugendliche, die nicht mehr der Schulpflicht unterliegen, haben bereits einen Schulplatz an einer weiterführenden Schule erhalten.

Die Aufnahme von geflüchteten Kindern und Jugendlichen ist für die Schulen eine Herausforderung. In erster Linie geht es darum, sie im Schulalltag ankommen zu lassen und ihnen durch das Erlernen der deutschen Sprache ein Stück Stabilität, Beziehungen und soziale Anerkennung in ihrem Leben zu ermöglichen. Flüchtlingskinder werden als außerordentliche Schülerinnen und Schüler aufgenommen, d.h. sie besuchen den regulären Unterricht, werden jedoch nicht beurteilt und erhalten intensive Sprachförderung. Darüber hinaus können Pflichtschulen zusätzliche Förderstunden aus dem Erschwernispool des Landes beantragen und auf schulautonome Stundenkontingente zurückgreifen.

Zur Unterstützung der Schulen wurde unter der Leitung des Landesschulrats von Landesschulinspektor Günter Gorbach eine Arbeitsgruppe bestehend aus Schulpsychologie, Schul- und Kindergartenabteilung des Landes, Pädagogische Hochschule Vorarlberg, Lehrerpersonalvertretung, Gemeindeverband, Schulmediencenter und okay.zusammenleben eingerichtet. In Abstimmung zwischen diesen Akteuren wird derzeit eine Informationsplattform für Kindergärten und Schulen eingerichtet, die rechtliche Grundlagen, Unterlagen, Unterrichtsmaterialien und Termine enthalten soll. Zudem wird ein mobiles Einsatzteam aus mehrsprachigen Lehrpersonen gegründet, das Schulen bei Fragen zum Umgang mit Flüchtlingskindern zur Verfügung steht sowie als Drehscheibe zu außerschulischen Organisationen fungiert.

Um Lehrpersonen für den Umgang mit jungen Flüchtlingen fit zu machen, erweitert die Pädagogische Hochschule Vorarlberg ab Herbst ihr Fortbildungsprogramm. Am 6. Oktober 2015 findet ein Vortrag über Flucht und Asyl für Pädagoginnen und Pädagogen an Kindergärten und Schulen statt. Zudem erarbeitet die Projektstelle okay.zusammenleben Module für die Sprachförderung von Flüchtlingskindern.

LR Mennel: „Ich möchte mich sehr herzlich für die hohe Einsatzbereitschaft und Flexibilität aller Direktorinnen und Direktoren sowie Lehrerinnen und Lehrer bedanken. Es ist großartig, wie alle Betroffenen um die Kinder und Jugendlichen bemüht sind.“

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