Weiterentwicklung der Schulen der 10- bis 14-Jährigen

Erstellt am 21.12.2015 von Elisabeth Mettauer
schule10-14umsetzung

Vorarlberg beginnt die Umsetzung der Weiterentwicklung der Schulen der 10- bis 14-Jährigen mit einer umsetzungsorientierten Projektstruktur und einem klaren Zeit- und Stufenplan. Eine 15-Prozent-Modellregion, wie sie das Bildungsreformpaket des Bundes vorsieht, sei nicht zielführend, sagte Landesrätin Bernadette Mennel am Montag, 21. Dezember 2015, im Landhaus: "Wir lassen uns von unserem Weg nicht abbringen. Auch die Zeit spricht für uns. Wir wollen eine bessere Schule – vielfältig, leistungsstark, wertschätzend und chancengerecht."

Der Projektplan geht von einer Vorbereitungs- und Umstellungsphase von rund zehn Jahren aus. Kern der Weiterentwicklung sind acht Arbeitsgruppen mit über 50 Mitgliedern – Direktorinnen und Direktoren aus Vorarlberger Mittelschulen und Gymnasien, Lehrpersonen, Fachleute der Pädagogischen Hochschule und Vertreter/innen des Landesschulrates und des Amtes der Landesregierung. Themenfelder sind u.a. das Pädagogische Konzept, die Unterstützung für Schulen mit besonderen Herausforderungen, ganztägige Schulformen sowie die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen. Der Prozess ist flexibel, sollte eine weitere thematische Arbeitsgruppe von Vorteil sein, könne diese eingerichtet werden, so Mennel. Mit der Koordination und Vernetzung der Arbeitsgruppen wurde in der Schulabteilung des Landes der Erziehungswissenschafter Martin Hartmann betraut.

Zum Zeitplan: Im kommenden Jahr ist u.a. ein Symposium über "Individualisierung und innere Differenzierung im Unterricht" geplant. 2017 wird der 1. Vorarlberger Schulpreis zum Schwerpunkt Lehren und Lernen vergeben, zugleich soll an einigen Pilotschulen die Erprobung des Pädagogischen Konzepts erfolgen. 2021 steht ein Review des Projektfortschritts an.

Landesrätin Mennel sieht in Vorarlberg gute Voraussetzungen für eine so weitreichende Schulentwicklung, weil es bereits einen breiten bildungspolitischen Konsens für eine spätere Trennung der Kinder gebe und weil auch die Sozialpartner diesen Weg unterstützen. Auch die neue Ausbildung der Lehrpersonen, die nicht mehr zwischen Mittelschul- und Gymnasiallehrpersonen unterscheidet, komme einer Weiterentwicklung entgegen.

Die Projektkoordinatorin des dem Vorarlberger Weg zugrunde liegenden Forschungsprojekts, Gabriele Böheim, begrüßte es, dass die Empfehlungen zur Personalentwicklung, zur Unterrichts- und Organisationsentwicklung im Land so breit umgesetzt werden. Eine "kleine" 15-Prozent-Modellregion wäre für sie geradezu kontraproduktiv: "Das würde die soziale Selektion in der Sekundarstufe I und den Druck auf die Volksschulkinder und Lehrpersonen der 4. Klassen noch verstärken." Es solle den Bundesländern überlassen bleiben, die Größe ihrer Modellregion sinnvoll zu bestimmen.

Dokumente

Presseunterlage
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Projektplan
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Flyer
Flyer
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