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Das neue Studienverzeichnis der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg für das Wintersemester 2010/11 ist erschienen. Es wurde an die Schulen versendet und steht jeder Lehrperson in gedruckter Form zur Verfügung. Anmeldungen für Seminare sind vom 1. bis 18. September 2010 möglich.
Im neuen Schuljahr rücken die vielfältigen und individuellen Potentiale der jungen Menschen noch mehr ins Zentrum der pädagogischen Arbeit. Schülerzentrierter Unterricht, eine kinderfreundliche Lernatmosphäre, gezielte Förderung sowie der Ausbau des Frühwarnsystems und der Ganztagesbetreuung sollen dazu beitragen. Schwerpunkte sind:
Sprachförderung im Kindergarten
Um Sprache als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Schule mitgeben zu können, werden nun auch alle Vierjährigen auf ihren Sprachstand überprüft. Im Fall eines
Sprachförderbedarfs werden im Rahmen des verpflichtenden halbtägigen Kindergartenbesuchs auf spielerische Art und Weise die Sprachkenntnisse gezielt gefördert.
Übergang Kindergarten – Volksschule
Im Mai 2010 wurde das so genannte „Schulreife-Screening“ erstmals flächendeckend in Vorarlberg durchgeführt. Neben Zahlenwissen wurde insbesondere die Sprachfähigkeit der
angehenden Erstklässler überprüft. Je nach Bedarf wurde daraufhin einerseits sofort mit Fördermaßnahmen begonnen, andererseits erfolgten auf Grundlage der Erhebung die
Einteilung in die Volksschulklassen und die Erarbeitung individueller Sprachförderprogramme, die bei Schuleintritt zur Anwendung kommen.
Lernstandserhebungen in der Volksschule
Um den wichtigen Übergang von der Volksschule in die Sekundarstufe I (Haupt-/Mittelschule oder Gymnasium) gut vorbereiten und begleiten zu können, sind ab dem Schuljahr
2010/11 in der 3. Klasse Volksschule Lernstandserhebungen geplant.
Ausbau der schulischen Lernförderung
Mehr schulische Lernförderung und weniger Nachhilfe – so lautet das langfristige bildungspolitische Ziel. Bewährte schulische Lernmodelle wie das Lernatelier der VS
Feldkirch-Tisis, der bedarfsgerechte Unterricht am Poly Bludenz, Lerncontainer am PG Riedenburg und am BG Dornbirn, der halbjährliche Lernbericht am BG Lustenau, „Lernen
lernen“ in den ersten BMHS-Jahrgängen oder die Projekte „COOL – Offenes Lernen“ und „Schüler/-innen helfen Schüler/-innen“ etc. sollen auch an anderen Standorten erprobt
werden.
Die Vorarlberger Mittelschule
Der Beginn der zweiten lebenden Fremdsprache bzw. des naturwissenschaftlichen Angebots steht im Zentrum der Arbeit an den Vorarlberger Mittelschulen. Für den
Fremdsprachenunterricht werden verstärkt AHS-Lehrerinnen und -Lehrer an Mittelschulen tätig sein. Es wird mit 30 AHS-Lehrpersonen gerechnet. Rund 20 Hauptschullehrerinnen und
-lehrer haben seit 2008 den Lehrgang „Französisch für die Sekundarstufe I“ an der PH Vorarlberg besucht und werden ebenfalls zum Einsatz kommen.
Start von Ganztagesmodellen
Ab Herbst 2010 gibt es Pilotprojekte an drei Schulen – Volksschule Bludenz-Obdorf, Mittelschule Bludenz und Mittelschule Hohenems-Herrenried. Gegenstandsbezogene
Unterrichtszeit, Förderstunden bzw. freie Lernzeit und Freizeitangebote werden dabei „verschränkt“ angeboten. Weitere Schulen planen ihre maßgeschneiderten Tagesmodelle, um
2011/12 zu starten.
Weitere Schwerpunkte
Schülerinnen und Schüler
Die Gesamtschülerzahl in Vorarlberg beträgt im Schuljahr 2010/11 voraussichtlich 48.376 (ohne die ca. 7.300 Berufsschülerinnen und -schüler). Im Vergleich zum Vorjahr ist das
ein demographisch bedingter Rückgang von 554 Schülerinnen und Schülern (-1,1 Prozent). Es werden 4.719 Erstklässler erwartet. 2009/10 waren es 4.700. Das sind um 19
einschulende Kinder bzw. 0,4 Prozent mehr.
Lehrerinnen und Lehrer
In den Pflichtschulen werden voraussichtlich 4.117 Lehrpersonen – um 20 weniger als im Vorjahr unterrichten. An den weiterführenden Schulen unterrichten 1.797 Lehrpersonen,
das sind um 15 (+0,8 Prozent) mehr.
Aufgrund des bestehenden Lehrermangels sind Überbrückungen erforderlich: Im Volksschulbereich – mit Klassenlehrersystem – gibt es noch einige offene Einteilungen, die in den nächsten Tagen erfolgen werden. An den weiterführenden Schulen sind vor allem Mathematik, Physik und Chemie sowie die technischen Fächer betroffen. Überbrückungen erfolgen insbesondere durch Überstunden.
Damit wieder mehr junge Leute den Lehrerberuf ergreifen, muss in erster Linie der Bund für ein neues Dienst- und Besoldungsrecht – gekoppelt mit der Neugestaltung der LehrerInnenbildung – sorgen. Im Rahmen der Möglichkeiten versucht Vorarlberg mittels Werbemaßnahmen und Informationskampagnen in den höheren Schulen, Schulabsolventen für das Lehramtsstudium zu gewinnen. Es wird auch nach Wegen gesucht, geeignete Personen umzuschulen.
Video-Statements